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  1. Wechsel von privater zu gesetzlicher KrankenversicherungDie Entscheidung, sich eine private Krankenversicherung zu suchen, hängt für viele Menschen mit unterschiedlichen Faktoren zusammen. Dazu gehören individuelle Bedürfnisse, finanzielle Möglichkeiten und der Wunsch nach mehr und besseren Leistungen als sie in der gesetzlichen Krankenversicherung möglich sind. Allerdings taucht in dem Prozess der Entscheidungsfindung oft auch die Frage auf, ob ein Wechsel unwiderruflich ist, oder ob es auch ein Zurück von der PKV in die GKV geben kann. [mehr_zum_thema title="Mehr zum Thema"] Grundsätzlich gilt: Arbeitnehmer dürfen in die PKV wechseln, wenn sie die sogenannte Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAE-Grenze oder JAEG) über­schreiten. 2024 liegt diese bei 69.300 Euro brutto jährlich. Sie sind dann versicherungs­frei und können sich zwischen gesetzlicher Kranken­versicherung (GKV) und Privater Krankenversicherung (PKV) entscheiden. Auch Selbstständige und Beamte mit Anspruch auf Beihilfe fallen aus der Versicherungspflicht in der GKV. Umgekehrt gilt deshalb auch: Sinkt das Einkommen eines Arbeitnehmers unter die JAEG oder wechselt ein Selbstständiger in ein Angestelltenverhältnis mit einem Gehalt unter der JAEG, ist er nicht mehr versicherungsfrei und kann bzw. muss zurück in die GKV wechseln. Auch wer Arbeitslosengeld I bezieht, wird wieder versicherungspflichtig in der gesetzlichen Kran­ken­ver­si­che­rung. Das gilt auch während einer Sperrzeit vor dem Bezug des Ar­beits­lo­sen­gelds. Die Agentur für Arbeit zahlt dann die kompletten Beiträge für die Kranken- und Pfle­ge­ver­si­che­rung.

    Besonderheit: Versicherte über 55 Jahre

    Sobald Sie als Privat­versicherter das 55. Lebensjahr über­schritten haben, ist eine Rückkehr in die GKV aber fast nicht mehr möglich. Der Gesetz­geber möchte so verhindern, dass ältere Menschen zurück in die GKV wechseln und die Solidar­gemeinschaft belasten. Denn sie verursachen in der Regel höhere Kosten im Gesundheits­system. Trotzdem gibt es auch hier noch eine Möglichkeit, zurück in die Gesetzliche zu kommen, und zwar, wenn Sie sich in die Familien­versicherung Ihres Ehe- oder Lebens­partners bzw. Ihrer Ehe- oder Lebenspartnerin aufnehmen lassen. Dafür muss dieser oder diese gesetzlich versichert sein. Zusätzlich darf Ihr eigenes Einkommen nicht mehr als 505 Euro im Monat (bzw. 538 Euro bei Minijobs) betragen.
  2. So stärkt die Private Krankenversicherung das GesundheitssystemOhne Privatpatienten gingen dem Gesundheitssystem jedes Jahr knapp 11,7 Milliarden Euro verloren. Das zeigt eine Studie des Wissenschaftlichen Instituts der PKV (WIP). Demnach flossen im Jahr 2021 auf Basis der neuesten vorliegenden Daten 39,51 Milliarden Euro durch Privatpatienten in das deutsche Gesundheitssystem. Im Vergleich zu GKV-Versicherten entspricht das einem Mehrumsatz von genau 11,68 Milliarden Euro, also knapp 12 Milliarden Euro. [mehr_zum_thema title="Mehr zum Thema"] Zum Hintergrund: In Deutschland können alle Patienten auf ein gemeinsames Versorgungssystem aus Ärzten, Krankenhäusern und Apotheken zurückgreifen. Da jedoch für Privatversicherte unter anderem die Behandlungskosten ohne Budgetgrenzen erstattet werden, zahlen sie für viele medizinische Leistungen höhere Honorare. Diese Mehrzahlungen ermöglichen es zum Beispiel Ärzten und Krankenhäusern, in moderne Geräte und mehr Personal zu investieren. Abweichend davon werden in der stationären Versorgung die Leistungen in beiden Versicherungszweigen nach dem Fallpauschalensystem einheitlich abgerechnet. Hier können sich gegebenenfalls Unterschiede durch Wahlleistungen (Chefarztbehandlungen etc.) ergeben. Abweichende Regularien existieren darüber hinaus auch bei Arzneimitteln sowie bei Heil- und Hilfsmitteln.

    Niedergelassene Ärzte profitieren besonders

    Laut WIP ist der Mehrumsatz daher insbesondere im Bereich der ambulanten Versorgung erheblich. Die Arztpraxen müssten danach ohne Privatversicherung jährlich auf 6,74 Milliarden Euro verzichten. Umgerechnet sind das durchschnittlich fast 59.000 Euro pro Jahr, die je niedergelassenem Arzt fehlen würden. Das entspreche, so heißt es in der Studie, zum Beispiel dem Einkommen von durchschnittlich 1,75 Medizinischen Fachangestellten, die eine Praxis dann nicht mehr beschäftigen könnte. Die Bedeutung der Privatversicherten für die niedergelassenen Ärzte zeige sich auch darin, dass 20,4 Prozent der Gesamteinnahmen der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte auf PKV-Versicherte entfielen – und dies bei einem Versichertenanteil von 10,5 Prozent. Und davon profitierten entgegen einem verbreiteten Klischee Arztpraxen auf dem Land und in strukturschwachen Gebieten beträchtlich viel mehr als in den „reichen“ Städten.

    Mehrumsatz kommt allen zugute

    Das Fazit der WIP-Analyse: PKV-Versicherte spielen für alle Leistungserbringer im Gesundheitswesen eine wichtige Rolle. Der Mehrumsatz der PKV-Versicherten (also der zusätzliche Erlös im Vergleich zu einer Abrechnung als GKV-Versicherte) ermöglicht Investitionen in die medizinische Infrastruktur und in die Einstellung von medizinischem Fachpersonal, die der gesamten Bevölkerung Deutschlands zugutekommen.
  3. Die fünf größten Mythen über die Private Krankenversicherung

    Vorurteil 1: Die Leistungen der gesetzlichen Kassen reichen doch aus

    Fakt ist: Die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sind für alle Mitglieder zum größten Teil identisch und im Sozialgesetzbuch V geregelt. Danach müssen die Leistungen ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich sein und dürfen das Maß des Notwendigen nicht überschreiten. Die GKV garantiert also die medizinische Grundversorgung, wobei Leistungen im Rahmen von Gesetzesänderungen gekürzt oder gestrichen werden können. Wer mehr möchte, muss eine private Zusatzversicherung abschließen. [mehr_zum_thema title="Mehr zum Thema"] Im Gegensatz dazu überlässt die private Krankenversicherung ihren Versicherten selbst die Entscheidung darüber, wie sie sich im Einzelfall behandeln lassen wollen. Vielfach werden dabei bereits Kosten für neue Behandlungsmethoden übernommen, die in der GKV noch gar nicht vorgesehen sind. Privatversicherte profitieren in der Regel außerdem von höheren Zahnleistungen oder einer Chefarztbehandlung im Krankenhaus. Ein weiterer Vorteil: Die vertraglich vereinbarten Leistungen bleiben die ganze Zeit über gleich und können nicht eingeschränkt werden. Die Beiträge richten sich unter anderem nach Alter und Gesundheitszustand bei Vertragsbeginn und dem gewählten Tarif. Durch die Wahl eines Selbstbehalts (Selbstbeteiligung) lassen sich die monatlichen Kosten reduzieren.

    Vorurteil 2: Die Beiträge in der PKV steigen ständig

    Fakt ist: Es ist zwar richtig, dass viele PKV-Anbieter für 2024 eine Beitragserhöhung angekündigt haben. Im Schnitt sollen die Kosten um durchschnittlich 7 Prozent steigen. Im Beitragsvergleich mit der GKV schneidet die PKV jedoch nach wie vor sehr gut ab. Nach aktuellen Berechnungen des Wissenschaftlichen Instituts der PKV (WIP) nahm die Prämienbelastung je Versicherten in der PKV im Zeitraum von 2004 bis 2024 durchschnittlich um 2,8 Prozent pro Jahr zu. Dieser Wert liegt unter dem Anstieg der Beitragsbelastung in der GKV von 3,2 Prozent pro Jahr. Anders als vielfach angenommen, dürfen Versicherer die PKV-Beiträge auch nicht nach Gutdünken erhöhen. Dazu gibt es gesetzliche Regelungen. Eine Beitragsanpassung darf nur erfolgen, wenn die Versicherungsleistungen in einem Tarif nachweislich um einen bestimmten Prozentsatz höher liegen als ursprünglich kalkuliert. Gesetzlich vorgeschrieben ist ein Prozentsatz von maximal 10 Prozent. In manchen Tarifen ist vertraglich ein niedrigerer Schwellenwert vereinbart. Ob eine entsprechende Abweichung vorliegt, kontrolliert ein unabhängiger Treuhänder. Jede Krankenversicherung, egal ob gesetzlich oder privat, ist von den steigenden Gesundheitskosten betroffen und muss früher oder später ihre Beiträge anpassen. Man spricht von einer medizinischen Inflation: Die Lebenserwartung der Menschen steigt beständig. Hinzu kommen die immer besseren Behandlungsmöglichkeiten. Die medizinische Inflation beträgt inzwischen etwa 5 bis 6 Prozent pro Jahr. Die Beitragssteigerungen in der PKV liegen jedoch häufig darunter.

    Vorurteil 3: Im Alter sind die Prämien nahezu unbezahlbar

    Fakt ist: Der Beitrag in der PKV wird so kalkuliert, dass der in höheren Lebensaltern typischerweise zunehmende Bedarf an medizinischen Leistungen keinen Anstieg des Beitrags im Alter bewirkt. Mit Renteneintritt entfallen einerseits die Beiträge für das Krankentagegeld, die für viele Versicherte einen größeren Teil des Monatsbeitrags ausmachen. Im Fall der Fälle ist es möglich, in einen günstigeren Tarif zu wechseln, ohne dass die Altersrückstellungen verloren gehen. Zudem kann jeder, der beim Wechsel in die PKV-Beiträge gegenüber der GKV spart, diese zusätzlich zurücklegen, um ein Finanzpolster auch außerhalb der PKV aufzubauen.

    Vorurteil 4: PKV ist für Familien ungeeignet

    Fakt ist: Eine beitragsfreie Familienversicherung wie es sie in der GKV gibt, sehen die Tarife der privaten Anbieter nicht vor. Dennoch kann dieses Vorurteil entkräftet werden. Denn zum einen bietet die PKV Kindern ebenfalls mehr Leistungen an als sie in der gesetzlichen Absicherung vorhanden sind. Zum anderen gibt es zunehmend Tarife mit Leistungsbausteinen für die Familie, wie Beitragsfreiheit oder Beitragsrückerstattungen in der Elternzeit. Zudem erhalten Beamte für die Absicherung ihrer Sprösslinge ebenfalls eine Beihilfe ihres Dienstherrn.

    Vorurteil 5: Ein Wechsel zurück in die GKV ist nicht möglich

    Fakt ist: Das stimmt nicht in jedem Fall. Allerdings ist ein häufiger Wechsel zwischen den Systemen nicht so einfach und auch nicht gewollt. Es soll so unterbunden werden, dass beispielsweise junge Menschen von den umfangreicheren Leistungen der PKV zu günstigeren Konditionen profitieren und später, wenn sie älter und meist kränker sind und höhere Kosten verursachen, die Solidargemeinschaft der GKV belasten. Ein Wechsel für Menschen ab 55 Jahren ist daher nur noch schwer möglich. Sobald jedoch ein versicherungspflichtiges Einkommen erzielt wird, das unter der Jahresarbeitsentgeltgrenze (69.300 Euro für 2022) liegt, kann ein Beschäftigter in die gesetzliche Krankenversicherung wechseln. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn ein Angestellter nicht mehr Voll-, sondern Teilzeit arbeitet.
  4. Die „medizinische Inflation“ in der KrankenversicherungZu den Leistungsausgaben zählen zum Beispiel steigende Behandlungskosten im ambulanten und stationären Bereich aufgrund steigender Löhne, Betriebskosten von Arztpraxen und Krankenhäusern, die künftige Behandlung neuer, heute noch unbekannter Krankheitsbilder, neue Operationsmethoden, auch ein völlig verändertes Anspruchsverhalten von Patienten und neue Medikamente. [mehr_zum_thema title="Mehr zum Thema"] Die Kostensteigerungen im Gesundheitswesen kommen über ansteigende Beiträge bei den Versicherten erst mit 2 bis 3 Jahren Zeitverzögerung an. Die aktuelle kurzfristige Inflation liegt bei rund 8 Prozent, die langfristige „medizinische Inflation“ ist etwas niedriger. All dies wirkt sich auf die Beitragsentwicklung bei den gesetzlichen Krankenkassen und den privaten Krankenversicherungen aus. Beide Versicherungsmodelle lösen das Problem jedoch auf sehr unterschiedliche Art und Weise.

    So fängt die GKV die Kosten auf

    Die Gesetzlichen Krankenkassen (GKV) begegnen den steigenden Leistungsausgaben zum einen mit nahezu jährlich steigenden Bemessungsgrenzen, auf die dann der Beitragssatz der jeweiligen Kasse angesetzt wird, und zum anderen mit steigenden Zusatzbeiträgen, die jede Kasse individuell festlegt, sowie mit dem regulären Bundeszuschuss aus Steuermitteln (2022 coronabedingt 28,5 Mrd. Euro und 2023 16,5 Mrd. Euro). Im Bedarfsfall werden sogar Leistungen gekürzt. Der Gesetzgeber hat festgelegt, dass Leistungen in der GKV ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich sein müssen. Grundsätzlich werden die Beiträge des Versicherten in der GKV ausschließlich in Abhängigkeit seines Einkommens über die Bemessungssätze festgelegt. Die Versicherten der GKV finanzieren die aktuellen Ausgaben ohne Rücklagen für steigende Kosten.

    Das Leistungsversprechen der PKV

    Die private Krankenversicherung (PKV) garantiert generell alle vertraglich versicherten Leistungsmerkmale ein Leben lang und berücksichtigt den medizinischen Fortschritt über den gesetzlich vorgeschriebenen Beitragsanpassungsmechanismus – die sogenannte „medizinische Inflation“. Die Rechtmäßigkeit der Beitragsanpassung wird von unabhängigen Gutachtern überprüft. Der Beitrag einer PKV bemisst sich an den versicherten Leistungen sowie dem Eintrittsalter und Gesundheitszustand des Versicherten. Das Einkommen des Versicherten ist für die Bemessung nicht relevant. Leistungen müssen medizinisch begründet sein, jedoch wird der medizinische Fortschritt gefördert. Darüber hinaus ist die freie Krankenhauswahl, die freie Arztwahl sogar mit Honorarvereinbarung über die Höchstgebührensätze hinaus, und der weltweite Schutz abgesichert. Die PKV leistete allein im Jahr 2022 mit zusätzlichen 39,51 Milliarden Euro einen wesentlichen Beitrag zur Stärkung des gesamten Gesundheitssystems. Zum Vergleich: Wären alle Privatversicherten freiwillig gesetzlich versichert gewesen, wären dem deutschen Gesundheitswesen 11,68 Milliarden Euro entgangen, also rund ein Drittel der aktuellen Behandlungskosten.

    Kalkulation der Beiträge in der PKV

    Anders als in der GKV wird der Beitrag in der PKV so kalkuliert, dass er ein Leben lang konstant bleiben würde, wenn auch die äußeren Einflüsse bezüglich Leistungsausgaben konstant blieben. In jungen Jahren zahlt der Privatversicherte deutlich mehr als sein statistisches Risiko ergeben würde, im Alter ist es umgekehrt, das heißt, in jungen Jahren liegen die Beiträge über den erwarteten Ausgaben und im Alter darunter. Die Differenz wird in jungen Jahren in der Alterungsrückstellung angespart und verzinst, ein attraktiver Zins des PKV-Anbieters steigert somit diese Rückstellungen. Im Alter werden diese zur Deckung von höheren Leistungsausgaben genutzt. Jede Generation sorgt so für sich selbst vor.

    Krankenkassenhöchstbeitrag steigt auf über 1.000 Euro 

    Was passiert mit der wenig bemerkten Beitragssteigerung in der GKV? Und was sollten wir mit der großen Differenz zum Beitrag der PKV in jungen Jahren als privat Versicherte tun? Für GKV-Versicherte fast unbemerkt, werden bei jeder Einkommenssteigerung rund 16 Prozent bis zur Versicherungspflichtgrenze (2024: 69.300 EUR p.a.), die durchschnittlich um 1,8 Prozent pro Jahr steigt (2023: 66.600 EUR p.a.), für die unveränderten Leistungen der GKV vom Einkommen abgezogen. Seit Anfang des Jahres beträgt der Krankenkassenhöchstbeitrag 838,75 Euro zuzüglich 175,96 Euro bzw. 207 Euro für Kinderlose für die Pflegepflichtversicherung, also erstmals in Deutschland über 1.000,00 Euro monatlicher Versicherungsbeitrag. Auch die PKV kann in der Kalkulation nicht berücksichtigen, wie sich die medizinische Inflation auswirken wird. Sie darf dafür keine zusätzlichen Rückstellungen, neben kalkulierten Reserven, bilden. Zusätzliche Vorsorge ist daher wichtig. Dies gilt sowohl für den gesetzlich Versicherten wie auch den privat Versicherten, um einer finanziellen Belastung im Ruhestand zu entgehen.

    Alternative Vorsorge am Beispiel des Inter-Zahnärztetarifs

    In diesem Beispiel sichert sich eine 35-jährige Zahnärztin die garantierten Versicherungsleistungen der PKV (Inter Tarif ZAK) und wird auch ihre beiden für die Zukunft als Wunsch simulierten Kinder mit der Geburt im Jahr 2025 und 2028 privat versichern. Die Beitragsdifferenz vom GKV-Beitrag zum PKV-Beitrag von insgesamt ca. 161.600 Euro bis zum Rentenbeginn legt sie monatlich am Kapitalmarkt mit einer Durchschnittsrendite vor Steuer von 5,0 Prozent an. Aus der Beitragsdifferenz entsteht bis zum Rentenbeginn eine Kapitalsumme von rund 280.350 Euro. Flexibles Kapital, das jederzeit für alle Wechselfälle des Lebens zur Verfügung steht. Die Modellrechnung erfolgt hier ohne Berücksichtigung von steuerlichen Effekten. Ab 67 kann die Zahnärztin in diesem Beispiel entweder frei über die angesparte Kapitalsumme verfügen oder ihren PKV-Beitrag über einen monatlichen Auszahlplan bezahlen. Die PKV ist in dieser Berechnung selbst mit zwei Kindern nicht nur besonders leistungsstark, sondern auch hoch rentabel.

    Fazit

    Die „medizinische Inflation“ wirkt unabhängig vom Versicherungssystem. Vorsorge ist daher sehr sinnvoll. Privat Krankenversicherte können diese Vorsorge aus der Beitragsersparnis in jungen Jahren finanzieren. Hierbei empfiehlt sich die Beratung durch Spezialisten. Mehr Infos zu unserem Beispiel finden Sie unter www.inter.de/aerzte-service.
  5. PKV-Beiträge steigen langsamer als Krankenkassen-BeiträgeNach aktuellen Berechnungen des Wissenschaftlichen Instituts der PKV (WIP) nahm die Prämienbelastung je Versicherten in der PKV im Zeitraum von 2004 bis 2024 durchschnittlich um 2,8 Prozent pro Jahr zu. Dieser Wert liegt unter dem Anstieg der Beitragsbelastung in der GKV von 3,2 Prozent pro Jahr. [mehr_zum_thema title="Mehr zum Thema"] Dass die subjektive Wahrnehmung der Versicherten oft eine andere ist, hängt auch damit zusammen, dass die Beiträge in der PKV nicht stetig, sondern – gesetzlich gewollt – in größeren „Sprüngen“ steigen. Der Grund: Eine Beitragsanpassung darf in der Privaten Krankenversicherung nur erfolgen, wenn sogenannte auslösende Faktoren wie die Versicherungsleistungen in einem Tarif nachweislich um einen bestimmten Prozentsatz höher liegen als ursprünglich kalkuliert. Ob eine entsprechende Abweichung vorliegt, kontrolliert ein unabhängiger Treuhänder. Diese Schwellenwerte liegen bei 5 und 10 Prozent und können unabhängig voneinander eine Anpassung auslösen.

    Nachholende Prämienanpassung

    In der PKV gibt es also keine automatische alljährliche Anpassung, sondern – gesetzlich vorgeschrieben – nachholende Prämienanpassungen bei nachgewiesenen Kostenanstiegen der medizinischen Versorgung. Das führt zu kumulativen Effekten mit mehreren Jahren ohne Beitragsanstieg, um dann plötzlich eine höhere Beitragsanpassung über mehrere Prozent zu haben. In diesem Jahr werden die Beiträge in der PKV um durchschnittlich rund 7 Prozent steigen. Zum Vergleich: In der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) steigen die Beiträge jedes Jahr. Für Versicherte unterhalb der Beitragsbemessungsgrenze werden bei jeder Lohnerhöhung automatisch rund 16 Prozent für die Krankenkasse abgezogen; wer mehr verdient, muss in der Regel durch die jährliche Anhebung der Bemessungsgrenze höhere Beiträge abführen. Allein 2024 wird sie von 4987,50 Euro auf 5.175 Euro pro Monat erhöht, das sind im Jahr 2.250 Euro mehr als noch 2023. Oder anders ausgedrückt: Der GKV-Beitrag steigt um 3,76 Prozent.

    PKV liegt im Beitragsvergleich vorn

    So stieg der GKV-Höchstbeitrag von 2014 bis 2024 von 591 Euro auf 844 Euro – plus 207 Euro für die Pflegeversicherung (bei kinderlosen Personen). Mittelfristig zeigt sich in den 20 Jahren von 2004 bis 2024 in der PKV pro Kopf insgesamt ein geringerer Anstieg (74,2 Prozent) als in der Gesetzlichen Krankenversicherung (86,6 Prozent). Fazit: Bei näherem Hinsehen schneidet die PKV sowohl im Leistungs- als auch im Beitragsvergleich besser als die GKV ab.